„Wir wollen unser Wissen teilen“

Juli 2016: hhpberlin und der Name Margot Ehrlicher sind eng miteinander verbunden. Sie gilt als Koryphäe im vorbeugenden Brandschutz und fördert unsere Mitarbeiter bis heute fachlich und persönlich. Im Interview spricht sie über problematische Wissensdefizite, die Ausbildung an der hhpberlinU und worin wir uns von den Mitbewerbern unterscheiden.

Sabine Klier: Warum ist Fort- und Weiterbildung im Bereich Brandschutz wichtig?

Margot Ehrlicher: Brandschutz ist ein wesentlicher Bestandteil der Sicherheit in unserem Lande und natürlich auch weltweit. Durch Brände werden nicht selten große materielle Werte zerstört. Alljährlich kommen viele Menschen ums Leben oder werden verletzt. Deshalb ist das Schutzziel, sichere Gebäude zu bauen, in denen Brände nicht ausbrechen und falls doch, möglichst geringen Schaden anrichten. Problematisch ist in meinen Augen, dass in unserem Land der Brandschutz in der Ausbildung von Architekten und Fachingenieuren kaum eine Rolle spielt, sodass sich Personen häufig falsch verhalten und die Planer oftmals gesetzliche Bestimmungen und Vorschriften nicht kennen und teilweise auch unbeabsichtigt negieren. Das halte ich für ein schweres Defizit.

Wir bei hhpberlin haben uns deshalb auf die Fahne geschrieben, die Architekten bei ihrer Planung und Errichtung von Gebäuden zu unterstützen, indem wir ihnen Handwerkszeug mitgeben, mit dem sie die gesetzlichen Bestimmungen erkennen und am Bau umsetzen können. Und natürlich wollen wir mit unseren Ausbildungen auch den vielen Brandschutzfachplanern Hilfeleistung geben, damit diese ihre große Verantwortung auf dem Gebiet des Brandschutzes besser wahrnehmen können. Ein weites Feld sehen wir auch in der Schulung von Beschäftigten, wie zum Beispiel den Brandschutzhelfern. Die Mehrzahl und die Größe der Brände hat ja in der Regel keine technischen Ursachen sondern wird durch subjektives Fehlverhalten verursacht.

Sabine Klier: Hat hhpberlin im Bereich Fort- und Weiterbildung andere Voraussetzungen als die Mitbewerber?

Margot Ehrlicher: Wir haben klare Vorteile durch unsere langjährige Erfahrung im Projektgeschäft, die eine fundierte Ausbildung ja erst möglich macht. Wir sind spezialisiert auf Großprojekte, wie die Allianz Arena in München oder die Mercedes Benz Arena in Berlin - und das nicht nur im Inland, sondern weltweit, mit Bauvorhaben in Shanghai, Hanoi und Moskau. In der Regel sind die Mitbewerber relativ kleine Büros, die entweder aus dem Brandschutz bzw. der Feuerwehr entstanden sind oder Tragwerksplaner bzw. Haustechnikplaner, die in ihrem Sektor bisher auch Brandschutzmaßnahmen geplant und ihr Portfolio nun erweitert haben. hhpberlin vereinigt alle diese Gewerke und Spezialisierungen. In unserem Unternehmen gibt es Feuerwehrleute, die über eine lange Praxis im vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz verfügen, es gibt Architekten, Bauingenieure und Fachingenieure haustechnischer Gewerke. Durch dieses Portfolio unterschiedlichster Ausbildungen können wir ganzheitliche Brandschutzausbildungen durchführen. Ergänzt wird das Ganze von den Ingenieurmethoden des Brandschutzes. Auch hier sind wir in der Lage, alle auf dem Markt gängigen Ingenieurmethoden, wie Personenstromanalyse, Entrauchungsberechnungen, Berechnungen von Stahlbauteilen und so weiter, in unserem Unternehmen durchzuführen und die entsprechenden Personen in der Anwendung dieser Verfahren zu schulen. Da wir auch den Teil des organisatorischen Brandschutzes abdecken, können wir auch hier das erforderliche Wissen bezüglich Brandschutzhelfern, Brandschutzordnung und Feuerwehrplänen vermitteln.

Sabine Klier: Was bedeutet das konkret für die Ausbildung an der hhpberlinU?

Margot Ehrlicher: Unsere Referenten können Projekte unter all den komplexen Aspekten bewerten, die der Brandschutz mit sich bringt. Sie nehmen nicht nur die Blickrichtung des Architekten oder der Haustechnik ein, sondern betrachten auch die Wechselwirkung zwischen den einzelnen Bereichen, zum Beispiel die Standfestigkeit des Gebäudes und die Möglichkeiten der Feuerwehr, überhaupt eine Brandbekämpfung oder eine Menschenrettung durchzuführen. Dank unserer Historie und Erfahrung im Projektgeschäft haben wir einen großen Wissenspool, den wir an der U auch mit externen Kollegen teilen. In unseren Seminaren lassen wir viele Beispiele aus der Praxis einfließen. Zudem arbeiten wir sehr eng mit anderen Partnern wie der Materialprüfanstalt in Braunschweig zusammen und sind daher in der Lage, in unseren Ausbildungen aktuelles Wissen aus erster Hand zu vermitteln. Natürlich sind wir auch selbst in der Forschung tätig. Meine Kollegin Frau Dr. Kilian arbeitet zum Beispiel an der Entwicklung des FDS-Programmes mit. Das ist das weltweit am meisten angewendete Programm für Entrauchungssimulationen. Derzeit ist die Planung mit BIM ein großes Thema bei hhpberlin. Wir überlegen und testen, wie sich der Brandschutz in diesen Prozess umfassend einbringen kann.

Sabine Klier: Warum hat sich hhpberlin entschieden, die Fort- und Weiterbildung auszubauen?

Margot Ehrlicher: Unter dem Dach der hhpberlin agieren auch Prüfingenieure des Brandschutzes und Prüfsachverständige. Das sind Personen, die anstelle der Bauaufsichtsbehörden Brandschutzkonzepte prüfen, um dort die erforderliche Sicherheit herzustellen. Hier haben wir festgestellt, dass bei den Architekten und Fachplanern vermehrt ein Defizit an Fachwissen in den einzelnen Teildisziplinen vorhanden ist. Das betrifft sowohl den anlagentechnischen und den baulichen als auch den abwehrenden Brandschutz. Aber auch unsere Mitarbeiter, von denen viele ehrenamtlich im abwehrenden Brandschutz tätig sind, erleben bei den Bränden immer wieder, dass diese durch Fehlverhalten von Personen als Folge von Unwissenheit entstehen. Auch hier wollen wir durch unsere Fort- und Weiterbildung Aufklärung betreiben. Zusammenfassend kann man sagen, dass es unser Anliegen ist, den Brandschutz weltweit noch sicherer zu machen. Daher wollen wir unser Wissen teilen und nicht nur unsere Kollegen ausbilden, sondern auch anderen Fachplanern, Architekten und Mitbewerbern das entsprechende Handwerkszeug für gute Arbeit mitgeben und zu einer breiten Aufklärung beitragen.

Sabine Klier: Frau Ehrlicher, ich danke Ihnen für das Gespräch!

hhpberlinU - die Wissensplattform der hhpberlin

Nutzen Sie unseren Wissensvorsprung in Theorie und Praxis! An unserer hhpberlinU vermitteln wir unser Know-how in Form von Seminaren, Workshops und Präsentationen. Zu unseren Referenten gehören ausgewählte Mitarbeiter, die über langjährige Erfahrungen im Projektgeschäft verfügen. 
Herzstück unserer Angebote ist der Brandschutz, die Kernkompetenz von hhpberlin. Die Themen, die wir anbieten, gehen jedoch weit über die branchenüblichen hinaus. Wir widmen uns marktspezifischen und regionalen Besonderheiten und stellen sie in einen modularen Zusammenhang. Darüber hinaus bietet die hhpberlinU auch Seminare für den Einsatz digitaler Werkzeuge im Brand- und Katastrophenschutz und für hhpberlins agilen Unternehmensansatz.                                                                                                                
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