Neuer Workshop zum Thema Entfluchtungssimulation

Als führendes deutsches Brandschutzunternehmen arbeiten wir täglich mit Ingenieurmethoden, u.a. mit Evakuierungssimulationen. Unsere jahrelange Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass die Akzeptanz gegenüber dieser Methode noch nicht sehr ausgeprägt ist, dabei erleichtert sie die Arbeit und den vorbeugenden Brandschutz erheblich. 

November 2006: Die Dynamik von Personenströmen ist hochkomplex. Wie kann die Sicherheit von Personen gewährleistet werden? Kommen im Ernstfall alle Personen rechtzeitig aus einem Gebäude? Welche Fluchtwegszuweisung ist am günstigsten?

Um solche Fragen zu beantworten, bedarf es sehr viel Erfahrung und statischen Berechnungsformeln, die sich einem nachweisbaren Ergebnis meist nur annähern. Auch mangelt es häufig an Kapazität, die berechnete Entfluchtung real in verschiedenen Varianten durchzuspielen und zu testen. Vor allem im Falle von Normabweichungen stoßen klassische Berechnungen an ihre Grenzen, einen objektiven Sicherheitsnachweis zu erbringen. Computergestützte Simulationen sind ein wertvolles Hilfsmittel bei der Beantwortung von Fragen rund um das Thema Personenlenkung und eine Methode, die im Arbeitsalltag von Ingenieuren bereits viel stärker im Einsatz sein sollte.

Die Digitalisierung und neue Methoden immer im Blick widmet sich hhpberlin diesem zukunftsweisenden Werkzeug. In Kooperation mit accu:rate – Institute for crowd simulation bietet hhpberlin am 12. Dezember 2016 erstmals das ganztägige Seminar „Ingenieurmethoden im Brandschutz – Entfluchtungssimulation“ an. Der Workshop richtet sich u.a. an Fachplaner für Vorbeugenden Brandschutz, Bauingenieure und Architekten, Prüfingenieure, Mitarbeiter von Behörden, die Brandschutznachweise prüfen, sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit.

Die Vorteile solcher Simulationsprogramme liegen auf der Hand: Entfluchtungssimulationen bieten mehr Sicherheit durch präzise Berechnung und den objektiven Nachweis, ob ein Sicherheitskonzept tatsächlich funktioniert. Gerade bei komplexen Bauten wie Stadien oder Bahnhöfen lassen sich einzelne Elemente miteinander kombiniert prüfen und Dynamiken sichtbar machen, die ohne die Rechenleistung von Simulationsprogrammen leicht übersehen werden können. Das Sicherheitskonzept kann darüber hinaus während des gesamten Prozesses überprüft und modifiziert werden. Das wiederholte Simulieren von Personenströmen in unterschiedlichen Varianten hilft bei Anpassungen noch während der Planungsphase und reduziert erforderliche Änderungen im Nachhinein. Damit haben Simulationsprogramme auch in der frühen Planungsphase einen unverzichtbaren Mehrwert – auch für Architekten, die die Flucht- und Rettungswege Ihres Objekts bereits während des Entwerfens schutzzielorientiert überprüfen können.

Wesentlich auch: Digitale Simulationsproramme liefern anschauliche und aussagekräftige Argumentationsgrundlagen, insbesondere wenn es um Normabweichungen geht. Welche Maßnahmen sind wirklich sinnvoll und schutzzielorientiert? Und – weg vom Standardkatalog – auf welche Maßnahmen kann möglicherweise verzichtet werden?

Der Workshop stellt den Teilnehmern digitale Entfluchtungsanalysen als Werkzeug für die Erstellung von Brandschutznachweisen näher vor: Von der Theorie, den Vorteilen und Grenzen solcher Simulationen bis hin zur direkten Anwendung und Erstellung einer eigenen Analyse mit crowd:it von accu:rate.

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